Rückblicke: Herbstsingen 2013

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OBERFERRIEDEN - Eine sanfte Brise streift über die Baumkronen. Ihre farbenreichen Blätter glänzten in satten und leuchtenden Farben an diesem lauen goldenen Oktober-Abend: Eine wahre Augenweide. Einen echten Ohrenschmaus hingegen gab es im Gasthaus "Rotes Ross" in Oberferrieden zu hören. Der Männergesangverein (MGV) hatte zu seinem Herbstkonzert, betitelt mit "Melodien der Berge", eingeladen. Das Programm war passend zur Jahreszeit, sehr bunt und durchwegs abwechslungsreich gestaltet. Die Reiwa Buam und das Duo Alpsang bereicherten den musikalischen Liederreigen. Ein Höhepunkt war die Ehrung aktiver und passiver Mitglieder.


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"Dieses Jahr gehen wir andere Wege", begann Vorstand Matthias Peters seine Begrüßungsrede: "Wir wollten das Programm auflockern und haben Verstärkung mitgebracht." Gemeint waren das Duo Alpsang mit ihren Alphornbläsern und die sympathischen Reiwa Buam. Einer der Jungs brachte sogar als Gag einen schiefen Bierkrug mit, wohl ein Ableger des Schiefen Turms von Pisa. Dabei sorgte er für lautes Gelächter im Publikum. Auf der Bühne zeigten sie meisterhaft ihr Können: So genau konnte man gar nicht hinsehen, so schnell flitzten die Finger über die Harmonika wie beim "Hochachtungsmarsch". Schöne Wellen der Musik spürte man beim "Manta Walzer". Doch auch der "Obatzda" durfte nicht fehlen bei den aus der Nähe von Bad Tölz stammenden jungen Burschen. Nebst Ziach war auch ein Tenorhorn im Einsatz.

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Das Blasen eines Alphorns will gelernt sein. Beherrscht man die richtige Atemtechnik und trifft dann noch die richtigen Töne in der richtigen Reihenfolge, dann ist unschwer der "Jodler" zu überhören. Auch "Sierra Madre" und "Ein schöner Tag ward uns beschert" erklang beruhigend aus den Hörnern heraus. Erwähnenswert ist auch, dass die Hersbrucker Alphornbläser mittlerweile fast 35.000 Euro der Lebenshilfe Nürnberger Land gespendet haben. Beide Gruppen waren schon mehrmals im Bayerischen Fernsehen zu bestaunen.

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"Wenn Sie nun gedacht haben, der MGV sei eingeschlafen, so haben Sie sich getäuscht", scherzte Walter Rühl. Charmant führte er durch die Moderation und pfefferte mit Witzen ordentlich nach. Auflockernd und zum Nachdenken anregend gab er den Fans der Volksmusik das ein oder andere Gedicht mit auf den gedanklichen Berg- und Talweg. Mit kräftigen Stimmen, die auch sanft und leise im Saal ertönten, trugen die Männer ihre Berglieder vor: "Steig ich den Berg hinauf", "wir Kameraden der Berge", "Sonntag Morgen in den Bergen", "Ihr Freunde der Berge" und "La Bella Rosa" sind nur ein paar Lieder. Am Ende gaben sie sogar noch "Fürstenfeld" zum Feinsten. Langes Proben hat sich gelohnt und wurde mit viel Applaus belohnt, das Brot eines jeden Künstlers. Haben Sie Wanderlust bekommen?

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"Schee war's, bunt war's, lustig war's", waren die Reaktionen aus dem Publikum bereits in der ersten Halbzeit. Obendrein bestätigten sie Rühls Worte, die da waren: "Schön, diese alten Lieder und Melodien zu hören." Es ist keine Selbstverständlichkeit im heuten Alltagsstress noch Zeit zu finden, sich einem Ehrenamt im Verein widmen zu können. "Singen hält jung und fit, entspannt und nimmt viele Ängste. Es ist gut gegen Langeweile. Ferner stärkt es das Selbstbewusstsein.", bemerkte Werner Leykauf (stv. Vorsitzender der Sängergruppe Schwarzachtal). Stellvertretender Bürgermeister Hermann Bloß hob hervor, dass die Gemeinde Burgthann stolz auf das Vereinsleben ist. Dass das Herbstkonzert des MGV Oberferrieden auf großes Interesse stieß merkte man am vollen Haus. Vereinsvorstände und Gemeinderäte waren ebenfalls gekommen und wollten sich diesen Abend nicht entgehen lassen. Mit dem "Spätherbst"-Gedicht von Theodor Fontane endete ein schöner mannigfaltiger Lieder- und Wortaustausch-Potpourri.

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Bereits zu Beginn der Veranstaltung folgte die Ehrung aktiver und passiver Mitglieder, die hervorragend von Matthias Peters und Werner Leykauf durchgeführt wurde. Diese waren für die passive Mitgliedschaft: Hans Nestler (25 Jahre), Georg Abraham (40 Jahre), Gottfried Seuboth und Ernst Hornung (beide 50 Jahre) sowie Georg Eckersberger und Paul Rupprecht (beide 60 Jahre). Für 60 Jahre aktives Singen im Chor durften sich Georg Reither, der Vereinswirt, und Ehrenchorleiter Erhard Fischer sehr geehrt fühlen. Sie alle bekamen eine Urkunde des fränkischen und deutschen Sängerbundes, eine Nadel und als zusätzliches Geschenk zum Anstoßen für zu Hause im Familienkreis, den wohl einmaligen, nicht käuflich erwerbbaren, MGV-Sekt.

Text und Bilder: Sabine Röster